Kennenlernen des Renault Twingo Z.E. Intens in Köln

„Mit’m Twingo bis an’n Arsch der Heide. Halten zum heulen an tausend kleinen Trauerweiden“, so lauten die ersten zwei Zeilen aus Fynn Kliemanns Song Twingo. Der Name ist Programm. Zumindest bei diesem Song. Persönlich durfte ich das Stadtauto von Renault von einer anderen Seite kennenlernen. Vollelektrisch. In Form des Renault Twingo Electric Z.E., welcher sich Anfang November bereits auf den Weg zu den Händlern befindet und ab Ende November / Anfang Dezember an die ersten Kunden übergeben werden soll.

Bis zu 1.500 Stadt-Stromer will der französische Automobilhersteller 2020 in Deutschland noch auf die Straße bringen. Weitere sollen zeitnah im Frühjahr folgen. Exemplare, welche im Januar gefertigt werden, könnten dann schon im Laufe des Februars bei deren Fahrer eintreffen. So Alexander Albrecht, Abteilungsleiter Produktmarketing Renault, gegenüber Elektroauto-News.net. Bevor der Renault Twingo Z.E. allerdings in größeren Stückzahlen in Deutschland unterwegs ist, konnten wir uns diesen ein wenig genauer ansehen.

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Erste Eindrücke sammeln und diese festhalten. Dabei direkt zu Beginn die Anmerkung, dass es quasi ein schnelles Blind-Date mit dem Elektroauto von Renault war. Kein Treffen mit Tiefgang oder längeres Kennenlernen – dazu müsste der Stromer eben nochmals bei mir vorbeischauen. Für einen erste Eindruck dürfte es aber dennoch ausreichen. Solltest du im Nachgang an den Artikel noch offene Fragen haben, einfach kommentieren oder mir eine Mail schreiben. Werde versuchen diese zu beantworten, ggf. durch Renault beantworten zu lassen.

Renault Twingo Electric: Ein Stadt-Stromer der sich wendig, kompakt, elektrisch präsentiert

Renault macht kein Hehl daraus, der Twingo Electric, wurde wie die Verbrenner-Alternative, als Fahrzeug für die Stadt oder als Zweitwagen erdacht und umgesetzt. So vereint dieser „alle modelltypischen Stärken des Twingo in sich und erweitert sie um einen lokal emissionsfreien Antrieb“, wie uns Renault zu verstehen gab. Zunächst wird dieser in der Ausstattungslinie „Vibes“ auf die Straße kommen, welche seit Mitte August vorbestellbar ist und noch im Dezember auf die Straße kommt. Unter dieser Ausstattungslinie reihen sich – in absteigender Reihenfolge – die Linien „Intens“, „ZEN“ und „Life“ ein. Wobei bei der letztgenannten Einstiegslinie noch nicht ganz klar ist, ob diese überhaupt auf die Straße kommt.

Der Twingo präsentiert sich als zweiter Elektro-PKW der Franzosen und gilt als Erweiterung der gerade erst gestarteten E-TECH-Offensive, unter der Renault seine Hybriden und Plug-In-Hybride zusammenführt. Hier sei der Verweis auf unseren Artikel „Renault kann mehr als ZOE: E-TECH Hybrid und Plug-In-Hybrid“ von Mitte Juli erlaubt, welcher einen tieferen Einblick auf die künftige Strategie der Franzosen frei gibt.

Zurück zum Twingo Z.E. – in unserem Fall einem Stromer in Lunaire-Grau in der Ausstattungslinie Intens. Welcher mit Spurhalteassistent, Easy Link Navigation sowie Premium-Außen- und Innenlook-Package dahergekommen ist. Klein und handlich erscheint das E-Auto und identifiziert sich somit schon selbst auf den ersten Blick als City Car. Was an sich kein großes Geheimnis ist. Kennt man den Twingo von Renault bereits seit 1992 als solchen – eben nur als Verbrenner, welcher in drei Modellgenerationen rund vier Millionen Mal seinen Weg auf die Straße gefunden hat.

Renault Twingo Z.E. von Beginn an als Stromer erdacht

Die aktuelle Version mit Verbrennungsmotor, wurde von Beginn an durch die Renault Entwickler auch für den Elektromotor auslegt. Eine Tatsache, von der man 2020 und in den Folgejahren beim Erreichen der CO2-Ziele profitieren wird. Und trotzdem ist es so, dass der Stromer nicht nur als CO2-Ziel-Erfüller gesehen wird. Im Gegenteil, aus meiner persönlichen Sicht kommt der Twingo Electric in einem Fahrzeugsegment daher, welches gerade zu geeignet ist für die Elektrifizierung: Kleinwagen.

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Wichtig ist es hierbei natürlich den richtigen Preispunkt zu finden, dass der Absatz des Stromers auch entsprechend wachsen kann. Preise für die Serienversionen in den Varianten: Intens, ZEN und Life gibt es bisher nicht. Lediglich die „Vibes“-Variante ordnet den Stromer preislich ein. Eigener Aussage nach kommt der kompakte City Car mit einer Topausstattung, zu Preisen ab 25.666,21 Euro daher. Nach Abzug von Umweltbonus, Innovationsprämie, MwSt-Nachlass und ein wenig Verhandlungsgeschick könne man bei um die 14.000 Euro landen. So Renault gegenüber Elektroauto-News.net.

Zum Vergleich, die komplett ausgestattete Verbrenner-Version Renault Twingo Signature, kommt ab ~14.600 Euro auf die Straße. Der preisliche Sprung zum Elektroauto scheint vernachlässigbar. Vor allem, wenn man noch Folgekosten wie Steuer, Service, Versicherung und Reparaturen in die Gesamtkostenbetrachtung mit einfließen lässt. Ein fairer Vergleich wird hier allerdings erst möglich sein, wenn die rein elektrische Variante für den deutschen Markt eingepreist wurde.

Elektrifiziert im Kölner Umland und Stadtverkehr unterwegs

Wendig, kompakt, elektrisch sind nicht nur Schlagworte, welche sich Renaults Marketingabteilung ausgedacht hat, sondern vor allem Fakten, welche das Elektroauto des französischen Herstellers passend beschreiben. Der Stromer bringt es auf eine Gesamtlänge von 3.615 mm, einen Radstand von 2.492 mm sowie eine Höhe von 1.541 mm. Maße die einem sicherlich nicht viel mehr sagen wenn man sie liest. Aber auf den im Artikel eingebundenen Fotos lässt sich durchaus die Größe des E-Autos erahnen. Im Kofferraum gibt’s 240 Liter Stauraum; genug Platz für einen Einkauf. Fürs Reisen zu wenig, zumindest, wenn man länger als ein Wochenende unterwegs ist.

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Selbst war ich mit dem Twingo Z.E. nur gut anderthalb Stunden unterwegs. Rund 45 Kilometer fahren stand auf dem Programm. Mit dabei wieder ein Mix aus Stadt-, Überland- und Autobahnfahrten. Wobei der Fokus klar auf urbaner Umgebung war. Dem natürlichen Lebensraum des Fahrzeugs. Dort gleitet der Stromer lautlos dahin, schlängelt sich gekonnt durch den Verkehr und kann dank einem Wendekreis von gerade einmal 4,30 Meter auch schnell Mal die Richtung wechseln.

Dem Einsatzzweck geschuldet braucht man beim Renault Twingo Electric kein Reichweitenwunder erwarten. Verbaut wurde ein 21-kWh-Akku – wassergekühlt wohlgemerkt – der stets im optimalen Wirkungsbereich arbeitet. Untergebracht wurde der Akku unter dem Fahrer- und Beifahrersitzt und schränkt das Platzangebot im Innenraum, gegenüber der Verbrenner-Alternative, nicht ein. Im gemischten WLTP-Testzyklus sei eine Reichweite von 190 Kilometern erreichbar, im Stadtmodus bis zu 270 Kilometer. „Ausgehend von der durchschnittlichen Alltagsfahrleistung von Kleinwagennutzern in Europa, die bei 30 Kilometern liegt, erlaubt dieser Wert die Nutzung im urbanen Umfeld ohne Aufladestopp für über eine Woche“, so Renault in der begleitenden Pressemitteilung.

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Ob dies immer so erreicht werden kann hängt natürlich stark vom eigenen Fahrverhalten und weiteren Einflüssen ab. Positiven Einfluss kann man als Fahrer durch die Aktivierung des „Eco-Modus“ nehmen. Die Leistungsabgabe des Elektromotors und die Höchstgeschwindigkeit werden in diesem Fall gedrosselt und verhelfen zu einer kombinierten WLTP-Reichweite von 225 km. In puncto Fahrmodi sind damit auch schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft.

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Für die Stadt erdacht, für die Stadt gemacht

Ohne Drosslung durch den erwähnten Eco-Modus mobilisiert der, im Heck unterhalb des Kofferraums platzierte, fremderregte Synchronmotor eine Leistung von 65 kW/82 PS und ein maximales Drehmoment von 160 Nm. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder erfolgt über ein Getriebe mit konstanter Untersetzung, dass eine nahtlose Beschleunigung ohne Zugkraftübertragung gewährleistet. Somit ist es dem Stromer möglich den „Stadt-Spring“ von 0 auf 50 km/h in gerade einmal 4,2 Sekunden zu meistern. Bei 135 km/h (nicht in der Stadt) ist dann Schluss.

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Aus meinen eigenen Eindrücken lässt sich festhalten, dass der Twingo Electric auch auf Schnellstraßen und Autobahnen ausreichend schnell unterwegs ist. Jedoch muss man natürlich bedenken, dass die Beschleunigung, gerade im hohen km/h-Bereich alles andere als spritzig ist. Im urbanen Umfeld gibt der Stromer jedoch eine gute Figur ab. Kommt zügig voran und lässt beim Ampel-Schnellstart auch Mal einen BMW M3 hinter sich, zumindest für die ersten paar Meter.

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Nicht nur in Bezug auf die Höchstgeschwindigkeit und Reichweite zeigt sich, dass der Renault Twingo Z.E. eher als Stadtwagen gedacht ist. Auch die Lärm-Emissionen, welche man im Innenraum bei höheren Geschwindigkeiten wahrnimmt, wissen aufzuzeigen, dass man in einem elektrifizierten Kleinwagen im Einstiegssegment unterwegs ist. Dies ist nicht einmal der Elektrifizierung des Kleinwagens geschuldet, sondern einfach der Tatsache, dass günstige Fahrzeuge eben nicht so gut gedämmt sind, wie entsprechende höherpreisige Alternativen. Nachvollziehbarerweise müssen schließlich die Einsparungen in der Produktion an einer Stelle erzielt werden, um die Fahrzeuge entsprechend preislich attraktiv auf die Straße zu bringen.

Ebenfalls als nicht so positiv in Erinnerung geblieben ist die Rekuperation des E-Autos. Diese verspricht zusätzliche Reichweitenvorteile, durch die konsequente Nutzung des so genannten B-Modus. Dieses lässt sich ganz einfach durch den Gangwahlhebel einlegen. Dabei hat man die Wahl zwischen drei Rekuperationsstufen: B1 bis B3; kennt man so bereits vom ZOE. Die höchste Stufe ermöglicht das Ein-Pedal-Fahren, das heißt: Statt die Bremse zu betätigen, genügt in vielen Fällen die Rekuperationsverzögerung bei nachlassendem Druck aufs Fahrpedal. 

In der Theorie sicherlich möglich, im Fall der Testfahrt leider nicht. Zwar hat man eine höhere Rekuperation gespürt. Allerdings nur in der höchsten Stufe, ansonsten eher nur mit „viel Fantasie“ und Ein-Pedal-Fahren war leider auch nicht möglich. Dabei ist dies sicherlich ein großer Plus-Punkt für den kompakten Stromer, gerade im Stadtverkehr. Hier gilt es für Elektroauto-News im Rahmen eines ausführlichen Test- und Fahrberichts noch einmal nachzufühlen. Eventuell konnte es auf den doch überschaubaren 45 Kilometer einfach nicht ausreichend getestet werden.

Die Straßenlage des Stromers konnte man nach der Testfahrt als durchaus stabil beschreiben. Üblicherweise verhilft der schwere Akku im Fahrzeugboden zu einem entsprechenden tiefen Schwerpunkt und somit guten Lage. Macht sich im Fall des Twingo durchaus auch bemerkbar. Zweifler könnten hier zwar aufführen, dass es sich „nur“ um einen „kleinen Akku“ handelt. In diesem Fall muss man aber auch das eher geringe Fahrzeuggewicht mit in die Gleichung einbringen. Dann passt es wieder in der Gesamtbetrachtung. 

Renault Twingo Z.E. – Laden wie ein „großer“ Stromer

Vom ZOE hat der Twingo Electric aber nicht nur die Rekuperation übernommen, sondern auch dessen patentiertes Batterieladesystem CHAMELEON CHARGER. Und dieses hat funktioniert. Hierdurch wird es möglich das vollelektrische Stadtfahrzeug an rund 85 Prozent der europäischen Gleichstrom-Ladestationen mit Wechselstrom in Stärken von 230 und 400 Volt und mit Ladeleistungen bis 22 kW mit Energie zu versorgen. 

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Was bedeutet dies für den E-Autofahrer-Alltag? Eine halbstündige Pause reicht so, um mit 22 kW Ladeleistung und 32 Ampere Ladestrom Energie für 80 Kilometer Fahrstrecke im gemischten Betrieb zu laden. Nach einer Stunde stehen 84 Prozent der kompletten Ladekapazität zur Verfügung. Die Ladeklappe findet sich dort, wo bei den Benzinvarianten die Tankklappe ist. Geladen wird wie bei den anderen Elektroautos von Renault per Typ 2-Stecker.

Zur Einordnung: Nach rund 45 Kilometer mit einem E-Auto lässt sich natürlich keine stichhaltige Aussage zum Thema Verbrauch treffen. Und dennoch ist es so, dass sich der Twingo Z.E. innerhalb des benannten Rahmens – Verbrauchs- und Reichweitewerte – bewegt hat. 

Renault Twingo Electric: Kleines Fazit für einen kleinen Stromer

Nach der Testfahrt des Renault Twingo Z.E. lässt sich festhalten, dass dieser durchaus, mit Abstrichen zu überzeugen weiß. Überzeugt hat die Tatsache, dass man preislich gleichauf mit der Verbrenner-Alternative liegen kann und auch in puncto Komfort keine Abstriche hinnehmen muss. Die Rekuperation, als auch die „Lärm-Emissionen“ sind jedoch nicht ganz so positiv aufgefallen.

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Wobei dies wohlgemerkt nur Ersteindrücke sind und im Rahmen eines entsprechenden ausführlichen Erfahrungsberichtes noch einmal abgeklopft werden kann, wie sich der Stadt-Stromer tatsächlich über mehrere hundert Kilometer schlägt. Auf das Interieur sind wir ebenfalls nicht eingegangen, welches aber als durchaus überzeugend und stimmig beschrieben werden kann. Hauptaugenmerk lag auf dem Fahrverhalten des E-Autos. Und davon konnten wir hoffentlich einen Eindruck vermitteln. Am Besten ist jedoch immer selbst einsteigen und entsprechende Eindrücke sammeln.

Renault hat zu einem ersten Kennenlernen des Twingo Z.E. nach Köln eingeladen und hierfür die Reisekosten übernommen. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine hier geschriebene ehrliche Meinung.

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